Filmprojekt an der Brüder Grimm Schule


In der Woche vom 05. – 09. November 2012 führten Anne und ich ein Filmprojekt an der Brüder-Grimm-Schule in Fulda durch. Teilnehmer waren 8 Kinder der 3. und 4. Klasse,  die Klassenlehrerin Jördis Nickel und zeitweise die Schulsozialarbeiterin Cordula Widmann. Also ein super Betreuungsverhältnis, so das wir sehr intensiv mit der Förderklasse arbeiten konnten.

 

 

Die Story, eine Entführungsgeschichte, entstand schon in der Vorbereitung, so das wir „nur“ noch das ganze verschriftlichen und in ein Storyboard packen mussten. Damit für die Schülerinnen und Schüler der Zusammenhang zwischen  Storyboard und der Umsetzung deutlicher wurde, versuchten wir immer nur einen Tag zu planen und anschließend direkt in praktische Umsetzung zu gehen.Täglich hatten wir ca. 3,5 – 4 Zeitstunden zur Verfügung, was für ein Filmprojekt nicht sonderlich viel ist und so mussten wir zügig und konzentriert arbeiten. Die Teilnehmer waren trotz der Anstrengungen eines Drehs (Klappe Nr. -gefühlt- 123), gut bei der Sache und engagiert, so das wir bis zum Ende der Woche alles im Kasten hatten. Der Film wurde pünktlich zur Abschlussrunde fertig sodass wir im kleinen Kreise eine Vorab-Premiere mit Popcorn und mit Kino-Atmosphäre feiern konnten.

 

Hier der Film:

Die Klassenlehrerin Frau Jördis Nickel schrieb uns einen sehr motivierenden Artikel, warum eine Projektwoche an Schulen keine verlorene Unterrichtszeit ist und was Kinder dabei alles lernen: “

Projektwoche vs. Unterricht

 Entscheidet man sich als Klassenlehrerin/Klassenlehrer für eine Projektwoche, dann steht die Frage im Raum, ob man sich das „leisten“ kann. Fallen nicht zu viele Unterrichtsstunden aus, in denen die Kinder im Stoff weiterkommen? Ist der Druck nicht zu hoch, die Zeit für alle vorgegebenen Themen sowieso schon zu knapp, um sich eine Woche „Auszeit“ zu nehmen? Die Antwort lautet definitiv NEIN! Jeder, der die Möglichkeit hat, eine Filmprojekt-Woche zu machen, sollte sie ergreifen.

Kinder lernen nachhaltig Dinge, in dem sie Situationen erleben, in denen sie Freude empfinden und Spaß haben. Und Spaß hat man in einer solchen Projektwoche ganz sicher! Im sozialen-emotionalen Bereich lernt man, aufeinander Rücksicht zu nehmen, Geduld zu haben und zu warten, bis man an der Reihe ist. Man übt soziale Verantwortung füreinander, lernt, dass auch andere im Mittelpunkt stehen können, hilft sich gegenseitig, kooperiert und erfährt, dass nicht nur die Hauptrollen, sondern auch der Mikrophon-Halter ganz wichtige Tätigkeiten ausführen. Sieht man sich selbst irgendwann in einem Film, der im „Fernsehen“ läuft und wirklich toll geworden ist, so ist man stolz wie Oskar, selbstbewusst und vertraut in die eigenen Fähigkeiten. Lernen direkt am Modell, ohne das Konstruieren einer künstlichen Situation. Miteinander und füreinander, was will man für seine Schüler mehr?!

 Und auch die fachlichen Inhalte kommen nicht zu kurz. Im sprachlichen Bereich erfindet und schreibt man Geschichten, Kinder malen plötzlich Comics vom Film und füllen die Sprechblasen aus. Dialoge werden geschrieben, auswendig gelernt und müssen schließlich laut und deutlich vorgetragen werden. Sprechanlässe bieten sich sozusagen minütlich und Erfahrungsberichte können verbal oder schriftlich verfasst werden. Im mathematischen Bereich ordnet man zeitliche Abläufe, bringt Szenen in die richtige Reihenfolge und dass auch technische/mediale und künstlerische Aspekte nicht zu kurz kommen, muss wohl nicht erklärt werden.

 Auch lange nach der Projektwoche schwärmen die Kinder von ihren Erlebnissen, spielen Szenen aus dem Film nach oder zeichnen Bilder und schreiben Kurzgeschichten. Das ist einfach wunderbar!

So sollte Unterricht und Lernen heutzutage stattfinden!“

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