Erzieherfachschulen


Erzieherfachschulen

Sozial und Digital

Medienpädagogik in Sozialpädagogische Fachschulen

Digitale Medien sind ein fester Bestandteil für den Alltag aller Altersgruppen und wir befinden uns als Gesellschaft in einer Digitalen bis Post-Digitalen Epoche. Für eine politische, gesellschaftliche und kulturelle Partizipation und eine souveräne Nutzung der digitalen Medien ist Medienkompetenz bzw. digitale Kompetenzen ein entscheidender Faktor. Deswegen ist es von hoher Bedeutung, dass Sozialpädagogische Fachkräfte die Aufgabe haben Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bei der Entwicklung ihrer Medienkompetenz zu unterstützen (Hessisches Kultusministerium 2023, S. 7) und auch der hessische Bildung- und Erziehungsplan betont bereits 2009 in seiner ersten Auflage, dass Medienkompetenz unabdingbar ist (Hessisches Kultusministerium, Hessisches Ministerium für Soziales und Integration 2019, S. 69).

Um zukünftige Erzieherinnen und Erzieher bei dieser Aufgabe zu unterstützen, bietet die Medienanstalt Hessen eine viertägige Fortbildung für Fachschulen Schwerpunkt Sozialwesen an. Die Inhalte der Fortbildung orientiert sich nach dem Lehrplan des Kultusministeriums und behandeln die Vermittlung von Medienkompetenz als Querschnittsaufgabe: Es werden folgende Aufgabenfelder und Bildungsbereiche in der Fortbildung bearbeitet: Aufgabenfeldes 4 Sozialpädagogische Bildungsarbeit professionell gestalten“, Bildungsbereich „Gesundheit, Umwelt, Lebenspraxis“, Bildungsberich „Kreatives, Gestalten und Ästhetik“ und Bildungsbereich „Mediennutzung“ sowie das Aufgabenfeld 5 „Bildungspartnerschaft gestalten“ .

Ablauf und methodischer Ansatz

Die Fortbildung gliedert sich in vier Tage mit je 6 Schulstunden. Die Tage haben jeweils einen thematischen Schwerpunkt, der methodisch durch Fachvorträge, Austausch im Plenum, Kleingruppenarbeit und medienpädagogischen Praxisübungen bearbeitet wird. Ein direkter Theorie-Praxis-Transfer, Orientierung an dem Wissen und Erfahrungen der Studierenden und der Raum für Austausch von individuellen Perspektiven im Sinne eines Ko-Konstruktivistischen Ansatzes bildet die Grundlage für die Fortbildung.

Optimal sollten die vier Tage hintereinander liegen, da Inhalte aufeinander Aufbauen und so die Übergänge zwischen den Themen besser gelingen. Eine Trennung der Tage ist allerdings möglich, sollte aber eine Woche nicht übersteigen.

Themen und Schwerpunkte

Die Bearbeitung der unterschiedlichen Themenschwerpunkte basiert auf einer praxisnahen, fachlichen Perspektive, die pädagogische Handlungsmöglichkeiten, rechtliche Vorgaben und Möglichkeiten von Bildungspartnerschaften mit Eltern und Bezugspersonen beinhaltet.

TAG 1

TAG 2

Schwerpunkt: Ansatz der Medienpädagogik + verbundene Theorie der Medienkompetenz

Grundlage: Verständnis der Wirkungen und Grafitications von Medien für die Geschellschaft und das Individuum

  ↳  Aufgaben und Herausforderungen für soz.päd. Arbeit mit Kindern und Jugendlichen werden herausgearbeitet

Bspw. Sozial- und Persönlichkeitsentwicklung, Aneignungsprozesse und digitale Partizipation

Schwerpunkt: Bedeutung von Medien beim Auswachsen von Kindern + Mediensozialisation & Medienrezeption bei Kindern und Jugendlichen

Grundlage: Medienwirkungen in unterschiedlichen Lebensaltern und Einfluss der Medien auf Entwicklungsaufgaben 

  ↳  Positive Medienaneignung, Kommunikations- und Partizipationsmöglichen werden, Kinder- und Jugendmedienschutz

TAG 3

TAG 4

Schwerpunkt: Gesundes Aufwachsen mit digitalen Medien

Grundlage: Bedeutung von Resilienz in Bezug auf negative und schadhafte Medienerfahrungen und Möglichkeiten von Resilienzförderung durch medienpädagogische Projektarbeit

Bspw. Cybermobbing, Cybergrooming, digitaler Stress und dysfunktionale Mediennutzung

  ↳ Praxis- und Methodenbeispiel ein Projekt für Jugendliche ab ca. 13 Jahren zum Themenbereich „Medien und Sexualität“ vorgestellt

Schwerpunkt: Kreative Arbeit mit digitalen Medien und Ansatz der Aktiven Medienarbeit

Grundlage: Workshops in Kleingruppen mit unterschiedlichen Medien und Erstellen von bspw. Hörspielen, Fotocomics und Trickfilmen

  ↳ Erfahrung, dass die medienpädagogische Projektarbeit auch mit einfachen Mittel und niedrigschwellig umgesetzt und das kreative, praktische Arbeit methodisch für Gruppenprozesse und als positive Selbsterfahrung eingesetzt werden kann

Fertigkeiten und Kompetenzen

Bei einer erfolgreichen Teilnahme an den vier Fortbildungstagen sollten die Studierenden:
  • die eigene Mediennutzung kritisch reflektieren und einschätzen können
  • die Bedeutung und Wirkung von Medien in der heutigen Gesellschaft und für das Aufwachsen für Kinder und Jugendliche fachlich und pädagogisch einschätzen und daraus eine gefestigte professionelle Haltung entwickelt können.
  • Medienarten, -angebote und -nutzung für und von Kindern sowie Jugendlichen analysieren und beurteilen können, um ggf. daraus pädagogische Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln.
  • Positive Aneignungsmöglichkeiten von Medien und Chancen der Mediennutzung für Kinder und Jugendliche kennen und damit Aufgaben oder Grundlagen für das pädagogische Arbeiten ableiten und anwenden.
  • Unterschiedliche dysfunktionale Mediennutzung wie Cybermobbing, Cybergrooming, exzessive Mediennutzung etc. erkennen und Handlungs- und Unterstützungsmöglichkeiten anwenden können.
  • Eltern und Bezugspersonen bei der Medienbildung und -erziehung der Kinder und Jugendlichen mit fachlichen, praxis- und lebensweltorientierten Hinweisen unterstützen können.
  • Möglichkeiten zur Vermittlung von Medienkompetenz anwenden können.
  • ein einfaches medienpädagogisches Projekt mit zielgruppenorientierten, medienpädagogischen Methoden unter Berücksichtigung einer Zielsetzung und der Zielgruppe umsetzen können.
  • mittels Smartphones oder Tablet mit Fotografie, Audioaufnahmen, Videoaufnahmen und Stopptrick kreativ arbeiten können.

Interesse am Projekt?

Sie sind an einer Durchführung des Projekts in Ihrer Einrichtung interessiert? Dann lassen Sie uns doch Ihre Kontaktdaten zukommen.

Wir melden uns dann zeitnah bei Ihnen!

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Ein Projekt der Medienanstalt Hessen, durchgeführt von filmreflex medienpädagogik.

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