Krakau – Auschwitz Schüler-Doku


Marktplatz TurmMit einer Schülergruppe aus dem Wahlpflicht-Unterricht Medien (WPU) aus der Johannes Kepler Schule in Neuhof hatte ich die Aufgabe, eine Studienfahrt nach Krakau (Polen) zu begleiten und zu dokumentieren. Die Planung und Vorbereitung erstreckte sich über den Zeitraum des kompletten Schuljahres. Seit September fanden immer wieder Vortreffen mit den durchführenden Betreuern des WPU Geschichte statt, in der die inhaltliche Ausgestaltung des viertägigen Besuchs der wunderschönen Stadt an der Weichsel besprochen wurde.

Die Teilnehmer aus meinem Kurs bereitete ich auf die anstehenden Aufgaben zunächst mit theoretischen Einheiten auf die Dokumentation vor. Folgende Fragen wurden besprochen: Was gehört alles in eine Dokumentation hinein? Wie führt man ein Interview? Welche Technik müssen wir organisieren? Wo werden die Schüler des WPU- Geschichte präsentieren? Wie sieht das mit Drehgenehmigungen für Auschwitz-Stammlager und Birkenau aus?

Da ich nur an einem Tag an der Schule bin, mussten wir für die Zusammenarbeit eine Methode finden, wie wir über die reine PrTrelloboardäsenzzeit zusammen arbeiten können. Hier entschieden wir uns zunächst für einen Google-Drive-Ordner und ein Trello-Board.

Am vergangenen Dienstag drehten wir nun zunächst ein paar Interviews mit Teilnehmern der Geschichts-Gruppe und fragten sie nach ihrem persönlichen Bezug zum Thema und ihrer Motivation, an dem Projekt teil zu nehmen. Donnerstag früh um 4:00 Uhr ging es dann los. Die Busfahrt nach Krakau dauerte ca. 13 Stunden und wir erreichten das Hotel um ca. 17 Uhr. Der Abend war zur freien Verfügung, wobei ich mich noch kurz mit meiner Videogruppe besprach, wie wir am Freitag dann vorgehen wollten.

Am Freitag fand zunächst ein stationenorientierter Stadtrundgang unter dem Motto „Die jüdische Gemeinde in Krakau von 1939 bis 1945“ statt. Die Schüler des Geschichts-WPU hielten an insgesamt 8 historisch wichtigen Plätzen Kurzvorträge, die wir per Video dokumentierten. Dabei legte die Gruppe eine nicht unerhebliche Strecke zurück, welche im herrlichen Sonnenschein durchaus auch körperlich anspruchsvoll war. Insgesamt standen am Abend nach der Rückkehr in mein Hotel knapp 30 km zu Buche (laut GPS-Tracker), leichte Blessuren an Beinen, Sonnenbrand beim ein oder anderen und Erschöpfung pur bei der kompletten Gruppe. An ein Sichten des mitgebrachten Materials, war da nicht mehr zu denken, so dass sich die Arbeit dann nur noch auf das Kopieren der entstandenen Aufnahmen auf das Notebook beschränkte.

Am Samstag dann stand die Fahrt nach Oświęcim (Auschwitz) auf dem Programm. Hier hatte unsere Reiseleitung (Herr Bartels) einen geführten Rundgang im Stammlager für die Gruppe gebucht, so dass die Schüler dort via Funkkopfhörer Informationen von einem Guide erhielten und unsere Kameramänner weniger die Schüler filmten, als die überaus eindrucksvollen Ausstellungen und Orte. Bei der Bildauswahl lies ich ihnen hier zum großen Teil freie Hand, weil es ja meine Absicht war, dass es ein Film von Jugendlichen für Jugendliche werden sollte. Nach ca. 2,5 Stunden setzten wir unsere Fahrt fort und erreichten nach ca. 3 km dann Auschwitz-Birkenau. Das riesige Vernichtungslager, in dem ca. 1,1 Mio. Menschen, darunter eine Million Juden ermordet wurden.

Hier fanden dann wieder verschiedene Präsentationen der Geschichts-Gruppe statt, die wir wieder filmten. Außerdem nahmen wir im „Wäldchen“ nahe des Krematoriums 5 ein paar Statements von Schülern auf, in denen sie sich dazu äußerten, wie sie sich fühlen, was für sie besonders beeindruckende Momente waren und wie die Fahrt sie verändert hat.

Nach unserer Heimfahrt am Sonntag, die mit 15 Stunden etwas länger ausfiel geht es jetzt ans Sichten, Zusammentragen und Auswerten der Filmszenen, der entstandenen Fotos und der Eindrücke, die jeder Teilnehmer während der spannenden 4 Tage mitgenommen hat.

Hierzu habe ich auch ein Google-Drive-Ordner erstellt, in dem alle Teilnehmer ihre 20 besten oder eindrucksvollsten Bilder einstellen können. Wie wir diese dann im Nachgang weiter verarbeiten ist zunächst offen. Vorstellbar wäre hier von einer Slideshow mit Statements bis hin zu einer Ausstellung der besten Fotos so einiges. Besonders interessant erscheint hier der Umstand, dass über die mitgebrachten Fotos ein sehr individueller Blick auf die Fahrt möglich ist, weil die Teilnehmer naturgemäß die für sie wichtigen Begebenheiten und Orte per Smartphone-Kamera festgehalten haben. Darauf aufbauend sollte dann im Nachgang auch eine ganzheitlichere Aufarbeitung möglich sein.

Der Film wird nun zusammen mit den Schülern des WPU-Geschichte geschnitten und in Kürze auf verschiedensten Kanälen (Offener Kanal Fulda, Mediothek der Schule, Youtube) verfügbar sein. Wir werden das sicher mit einem eigenen Blogpost ankündigen.

Finanziert wird das Projekt durch die Johannes Kepler Schule, die Landesanstalt für Privaten Rundfunk und neue Medien (LPR Hessen) und den Verein Menschen und Medien.

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