Warum frühe Medienbildung so wichtig ist – zwei Beispiele aus der Praxis


Gerade im Kindergarten, aber auch in der Grundschule wird Medienbildung häufig vernachlässigt. So haben Kinder in solchen pädagogischen Einrichtungen nur selten die Möglichkeit, praktische Erfahrungen mit Medien zu sammeln. Dabei gibt es sehr einfache medienpraktische Aktionen, wie die Erstellung von Hörspielen oder Trickfilmen, mit denen Heranwachsende den Umgang mit Medien erlernen und auf spielerische Art und Weise Medienkompetenz schrittweise entwickeln können.

Eine frühe Medienbildung hat aber noch viele weitere Vorteile. Zum einen werden die Sinne sensibilisiert. Wenn Kinder beispielsweise einen Trickfilm oder ein Hörspiel produzieren, so lernen sie, bewusst wahrzunehmen und hinzuhören. Indem Kinder gestalterisch Medien entdecken und erproben, lernen sie auch, mit diesen ihrer Fantasie Ausdruck zu verleihen, und die Kreativität der Kinder wird gefördert. Medienprojekte im Kindesalter fördern zudem das soziale Miteinander, da die Kinder aufeinander Rücksicht nehmen, auch einmal zurückstecken und aufeinander eingehen müssen. Sie lernen ihre eigenen Stärken und auch die Fähigkeiten anderer Kinder der Einrichtung (besser) kennen. Die Konzentrations- und Ausdrucksfähigkeit sowie die sprachlichen Kompetenzen der Kinder werden gefördert. Und nahezu „nebenbei“ erfahren Kinder, wie Medien funktionieren und lernen gleichzeitig, dass man mit Medien auch selbst produktiv sein kann. Zudem kann man davon ausgehen, dass eine im Kindesalter ansetzende Medienbildung einer tiefgreifenden digitalen Ungleichheit entgegenwirken kann.

Schließlich können mit Medienprojekten Themen, die Kinder interessieren, spielerisch und medienpraktisch umgesetzt werden, oder auch in pädagogischen Einrichtungen behandelte Thematiken vertieft werden. Als Beispiel sollen zwei Projekte dienen, die wir kürzlich durchgeführt haben: In der KiTa Michelsrombach haben wir mit einer Gruppe von elf Kindern einen Trickfilm über den Frühling erstellt. Grundlage dafür war das Lied „Immer wieder kommt ein neuer Frühling“, das gerade in der Gruppe behandelt wurde. Die Kinder hatten die Möglichkeit, ganz frei zu überlegen, wie sie Strophe für Strophe gestalterisch umsetzen können – und dabei waren sie sehr kreativ. Sie haben gebastelt, gemalt, Geräusche wie das Zwitschern von Vögeln nachgeahmt und mit dem Tonbandgerät aufgenommen, und auch an der Trickboxx hatte jeder seine Aufgabe. Schließlich haben die Kinder ihr Frühlingslied gesungen und es vertont. So ist ein wunderbarer Trickfilm entstanden – und der Frühling kann kommen! Die angehenden Grundschüler hatten sichtlich viel Spaß bei dem Projekt, können nun weitestgehend ein Aufnahmegerät bedienen, haben Bekanntschaft mit Laptop und Beamer gemacht und wissen, wie ein Trickfilm entsteht.

Der Trickfilm

 

Hier nun einige Bilder, die einen Einblick in das Trickfilm-Projekt liefern sollen:
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An der Grundschule Bimbach haben wir mit 13 Erstklässlern Hörspiele zum Thema Feuerwehr produziert, das sie zuvor anhand eines Buches behandelt hatten. Die Kinder konnten ihrer Fantasie freien Lauf lassen, indem sie sich drei Geschichten ausdachten. Sie sollten überlegen, welche Rolle in den Geschichten zu welchem Mitschüler am besten passt, was das soziale Miteinander und ein besseres Kennenlernen der Mitschüler förderte. Die Kinder haben dann ihre Textpassagen gesprochen und vertont sowie Hintergrundgeräusche aufgenommen. Für die Kinder war es offensichtlich sehr spannend, in verschiedene Rollen zu schlüpfen und auch, die eigene Stimme zu hören. Es war ebenfalls schön zu sehen, wie sich auch eher zurückhaltende Kinder getraut haben, aus sich heraus zu gehen. Die Premiere im Klassenraum mit anderen Klassen als Zuhörer war natürlich der grönende Abschluss – die Kinder waren sichtlich stolz auf ihr Projekt.

Das Hörspiel:

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Und zuletzt noch ein paar Bilder zum Hörspiel-Projekt:

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